Panoramabild Alpen

Wildtierführung in Berchtesgaden

Wehrte Freunde, wehrte Fäns! Nachdem ick ja 6 Monate im Ferienlager war und Anfang Januar 2015 endlich nach München gezogen und nun echtet Zamperl bin, habe ick dat jetan, wat Münchener Hunde so tun: Ick war draußen. In den Bergen. Nachdem meine Olle bisher nicht wirklich raus gekommen ist, ausm Münchener Großstadtmief, hat sie ja jetzt endlich wieder nen Grund – MICH!

Eigentlich wollte sie ja – menschenscheu wie sie ist – alleine ne Schneeschuh-Tour machen. Aber angesichts der Tatsache, dass ich und sie uns nur im Sommer in Berchtesgaden zurecht finden, haben wir uns kurzerhand einen versierten, tier- und menschenfreundlichen Führer genommen: Den Adler-Toni. Auf Grund seiner Arbeit als Biologe im Nationalpark Berchtesgaden kennt er sich bestens aus mit Wegen, wilden Tieren (dazu zähle ick mir jetzt auch mal) und wilden Menschen (dazu zählt meine Olle).

Auf in die Berge – Zur Wildtierführung

Wir sind ganz standesgemäß mit der Deutschen Bahn gereist. Diesmal brauchte ich nicht in die Box, weil meine Olle uns ein Bayern Ticket gekauft hat. Und weil Hunde ja bezahlen müssen, wie richtige Menschen auch, hat meine Olle mich auch kurzerhand in das Ticket mit eingetragen. Stand ja drauf: Alle Mitreisenden eintragen. Der Zugbegleiter hat ganz schön doof geguckt, als er fragte: „Zwei Personen?“ und meine Olle auf den Fußboden deutete, auf dem ich mich seelenruhig auf die Wandertour vorbereitete.

Am Ausgangspunkt, dem Wanderparkplatz Taubensee, erwartete uns schon der Toni und ein anderer lustiger Zweibeiner. Wir wollten gemeinsam zur Mordaualm gehen und dort Steinadler ankucken. Meine Olle hat dem Toni noch versichert, dass ich jetzt keine Vögel mehr jage, nachdem ich ja jahrelang laut kleffend den Krähen aufm Tempelhofer Feld hinterher gerannt bin. So musste er keine Angst haben, dass ich seine Steinadler anfalle 😉

 

Steinadler auf der Mordaualm

Wie wir so Richtung Mordaualm wanderten ärgerten sich die Zweibeins noch ein wenig über den nicht-vorhandenen Winter. Schnee würde schon überall liegen, aber eben nicht genug. Meine Olle hatte sich extra Schneeschuhe beim DAV (Deutschen Alpenverein) ausgeliehen, die sie lustig im Rucksack mit umher trug. Eigentlich sollte das Ganze ja eine Schneeschuhtour werden. Jetzt war es eine Winterwanderung. Aber ich sehe nur Vorteile: Meine Olle ist noch nie mit Schneeschuhen gegangen. Ich gehe davon aus, dass sie mehr gelegen als gestanden hätte. So blieb mir diese Peinlichkeit erspart.

Während meine unkonditionierte Olle mit dem Anstieg kämpfte, hat mich das andere lustige Zweibein – offenbar ein Hundefreund – bespaßt. Er formte Schneebälle, die er über den Weg kullern ließ und ich ihm dann freudig apportierte. Ich weiß, zu viel Schnee fressen bringt Spritzpups. Aber ich habe ja nicht gefressen sondern nur apportiert 😉

Nach 45 Minuten sind wir an der Mordaualm angekommen und bestiegen den kleinen Hügel direkt gegenüber. Von ihm aus kann man wunderbar die Steinadler beobachten, denn deren Thermikhang am Lattengebirge liegt genau gegenüber. Trotz des guten Wetters befanden sich ein paar Nebelschwaden über dem Wald am Thermikhang. Da Steinadler bei solchen Witterungsbedingungen trotz ihrer Adleraugen genau so wenig sehen wie alle anderen Vögel auch, vermeiden Sie es zu fliegen, da sie im schlimmsten Fall gegen die Felswand prallen könnten.

 

Biologieunterricht mal anders

Während die Zweibeiner eine Brotzeit einnahmen und der Adler-Toni meiner Ollen eine Stunde in Steinadlerkunde gab, markierte ich mein neues Hoheitsgebiet und versuchte gelegentlich etwas Brot zu erbetteln. Letzteres war eher erfolglos. Meine Olle lernte dagegen viel über die Steinadler. Diese haben nämlich eine Flügelspannweite von bis zu 2,30 Metern und sind ca. 5 kg schwer. Dafür können sie aber das Doppelte ihres eigenen Körpergewichts als Beutetier schlagen und abtransportieren. Sie schlagen am liebsten Murmeltiere und können sogar junge Gämse abtransportieren. Ich passe mit meinen 7 kg also perfekt in ihr Beuteschema. Zum Glück bin ich so haarig dass ich sicher ganz schlecht verdaulich bin. Und sowieso: Ich schmecke bestimmt überhaupt nicht.

Nachdem die Bäuche der Zweibeins voll und meine Blase leer war, stiegen wir auf einem Weg, der etwas oberhalb der Mordaualm durch den Wald verläuft, ab. Nach ca. 100 Markierungsmöglichkeiten waren wir wieder am Parkplatz angekommen und unser kleiner Sonntagsspaziergang leider beendet. Meine Olle jedoch ist sowas von begeistert, dass sie so eine Wildtiertour wieder machen will. Das nächste Mal will sie sich Steinböcke ankieken, denn die kennt sie nur ausm Zoo. Und der Toni weiß, wo besagtes Bergvolk sich in freier Wildbahn aufhält.

Wer Wildtiere mal nicht nur im Zoo ankieken will ist herzlich eingeladen beim Toni eine Wildtierführung in Berchtesgaden zu buchen. Erzogene Hunde dürfen selbstverständlich mit. Kleiner Tip: Artgenossen sollten nicht alles anbellen was nicht bei drei aufm Baum ist, sonst haben eure Zweibeins nix zu kieken – und ums gucken geht’s ja.

Euer Fiete.

 

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Icke bin Fiete. Meines Zeichens echter Norddeutscher Sheltie. Aufgewachsen in Berlin, ausgewandert nach München. Geprüfter Begleithund und Charmeur.

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