Wandern mit Hund

Wandern mit Hund

Der Winter ist schon wieder vorbei, das heißt die Wandersaison beginnt. Es gibt einiges, auf das zu achten ist, wenn man seinen Hund gerne mit auf eine Wanderung nehmen möchte. Einiges scheint trivial zu sein, doch einige wichtige Dinge werden schnell außer Acht gelassen.

Kann ich mit meinem Hund überall wandern?

Prinzipiell ja. Du solltest dir aber die Wander- und Alpinführer gut anschauen und deine Route mit bedacht wählen: Wenn Stufen in den Fels gehauen sind und dein Hund dort nicht hoch oder runter kommt, dann kann es – je nach dem wo auf der Route die Stufen sind und ob ihr noch umdrehen könnt oder nicht – zu einem kleinen Problem werden.

Kenne deine Grenzen

Den ganzen Winter auf der Couch gesessen? Das geht wohl den meisten Menschen so. Nicht nur ihr seit vielleicht unfitter als am Ende des Sommers sondern auch euer Hund. Wer im Winter keine anderen Sportarten wie Skitourengehen oder Schneeschuhwandern gemacht hat, der sieht im Frühling etwas alt aus. Macht aber nichts, denn Kondition erlangt man schnell wieder.

Das Wichtige hierbei ist aber: Kenne deine Grenzen. Und die deines Hundes. Wahrscheinlich wird dein Hund länger durchhalten als du – er hat schließlich 4pd (4 paw drive). Aber wenn dein Hund – warum auch immer – schlapp macht: Kannst du ihr dann noch tragen? Wenn du schlapp machst holt dich im Zweifel die Bergwacht. Dein Hund allerdings guckt in die Röhre. Deshalb: Lass es langsam angehen und kenne eure Grenzen.

 

Steinböcke

Nicht ganz ungefährlich: Steinböcke. © wildtier-fuehrungen.de

An die Leine?

Kommt drauf an. Und zwar ob in dem Wandergebiet generelle Leinenpflicht herrscht, ob grade Brut- und Setzzeit ist. Diese Regellungen haben einen Grund: Während der Brut- und Setzzeit könnte dein Hund Wild aufschrecken. Es passiert nicht selten, dass Kitze dann von der Mutter alleine gelassen werden und diese nie wieder zurück kommt.

Aber auch dein Hund ist Gefahren ausgesetzt: So kann es sein dass er im hohen Gras von einer Kreutzotter gebissen wird, ein Steinadler deinen Hund als Snack für zwischendurch schlägt, wie zum Beispiel im Nationalpark Berchtesgaden. Dort wurden schon Hundeknochen unter einem Horst gefunden. Außerdem ist es nicht selten Vorgekommen dass Wanderer auf Grund ihres übermütigen Hundes von Kühen (kommt öfter vor) oder sogar Steinböcken (kommt nicht so oft vor, zuletzt 2014 am Watzmann) angegriffen wurden.

Deshalb: Wenn du nicht die Hand dafür ins Feuer legen kannst, dass dein Hund sich abrufen lässt oder ziemlich nah bei dir bleibt, dann leine ihn lieber an. Zu deiner und zu seiner Sicherheit.

Darüber hinaus herrscht in einigen Gebieten in den Bergen Leinenpflicht. So zum Beispiel im Nationalpark Berchtesgaden. Deshalb: Informiere dich vorher, ob Leinenpflicht herrscht oder nicht.

Abgesehen von den gesetzlichen Vorschriften gibt es ja tatsächlich Hunde, die die Gefahr des Abgrundes nicht richtig einschätzen können und etwas zu nah an den Abgrund herantreten. Fiete zum Beispiel tut dies nicht selten, wenn wir mehrere Stunden unterwegs sind und sich die Erschöpfung breit macht. Dann nehme ich ihn zu seiner Sicherheit lieber an die Leine. Zwar habe ich ihn beigebracht, auf beiden Seiten von mir zu gehen, nur hilft das Gelernte nichts mehr, wenn der Hund zu vorangeschrittener Wanderung sein Hirn komplett abgeschaltet hat.

Was ist wenn mein Hund beim Wandern doch schlapp macht?

Hund auf Schultern tragen

Hund auf Schultern tragen

Dann kann das ziemlich unschön werden, zumindest wenn du einen großen Hund hast. Einen kleinen kannst du ja noch leicht tragen oder in den Rucksack stecken – aber was machst du mit einem Hund der 20 kg oder mehr wiegt?

Ganz einfach: Du bringst ihm vorher bei auf deinen Schultern getragen zu werden. Als Fiete noch etwas kleiner war habe ich das schon mit ihm auf Wandertouren geübt: Wie ein geschossenes Reh habe ich ihn geschultert. Die Vorderpfoten in der einen, die Hinterpfoten in der anderen Hand bin ich durch die Berge gestapft.

Die Ausrüstung für den Hund

Eigentlich benötigt man nicht viel für so eine Wandertour. Es kommt aber natürlich auch drauf an wie schwierig die Route ist.

Für leichte Wanderungen:

  • Faltbarer Wassernapf
  • Wasserfalsche
  • Geschirr
  • Leine
  • Erste-Hilfe-Set (hat man ja sowieso für den Menschen dabei, dieses kann man aufstocken

Für Wanderungen auf Steigen mit Stufen:

  • Outdoorgeschirr (um den Hund bei den Stufen zu unterstützen)

Für Mehrtagestouren:

  • Futter (Trockenfutter empfiehlt sich hier – dies ist nicht so schwer)
  • Rucksack (dann kann der Hund sein eigenes Futter tragen)
  • Handtuch
  • Hundedecke (da reicht eine 1m x 0,5m Fleecedecke)

 

 

 

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Von Schleswig-Hostein über Berlin nach München. Seit 2012 Hundebesitzerin.

Ein Kommentar

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  • Franzi, Permalink

    Ich beneide dich so sehr um deinen Hund! Gerade beim Spazierengehen und Wandern fehlt mir meiner so sehr – hatte ihn acht Jahre. Aber hier in meiner kleinen Stadtwohnung würde sich leider kein Vierbeiner wohlfühlen. LG Franzi