Longboard fahren mit Hund

Longboard fahren – unser neues Hobby

Hundehalter sind ja nicht nur Hundehalter. Hundehalter haben auch noch richtige Hobbies. Der Hund ist irgendwie eine Lebenseinstellung. Finde zumindest ich. Und Hobbies habe ich trotzdem noch, denn Hund und Halter brauchen auch coole Dinge, die sie zusammen erleben können. Die einen gehen mit ihrem Hund in den Hundeverein, die anderen Geocachen. Mein neuestes Hobby möchte ich euch hier vorstellen.

Wenn der Berg zur Sucht wird

Nach einer gescheiterten Alpenüberquerung 2009 war ich angefixet von den Bergen und allem was dazu gehört. Weil ich kein Geld für Urlaub in den Bergen hatte, arbeitete ich 2010 in den Berchtesgadener Alpen auf einer Hütte, um meine Sucht zu befriedigen.

Ende 2010 machte ich dann in München Thalkirchen einen Kletterkurs in der Halle, zwei Monate später den zweiten (wieder in Thalkirchen) um nicht mehr auf an der Decke befestigte Seile in der Halle angewiesen zu sein, sondern um die Sicherungen quasi selbst zu setzen. Im Sommer 2011 machte ich einen Alpinkletterkurs in Berchtesgaden – klettern gehörte ab sofort zu meinem Leben dazu. Außerdem begann ich neben dem Studium in Berlin einen Nebenjob in einem Outdoorgeschäft.

Hund muss Suchtkompatibel sein

Bei der Entscheidung, welche Hunderasse es werden sollte, gab es ein paar ausschlaggebende Entscheidungsfaktoren: Frei atmend sollte er sein, er sollte sportlich sein und jeden Quatsch mitmachen, wenn ich mal wieder die Berge erobere und er sollte kostenlos mit der Bahn fahren können (ich musste ja schließlich von Berlin in die Berge kommen).

Nachdem ich mit dem Studieren aufgehört hatte und zu arbeiten begann, wurde auch das Klettern weniger. Was seit 2010 für mich feststand war, dass ich unbedingt nach München ziehen will, wenn ich mit dem Studium fertig bin. Es dauerte nach dem Studium noch ein kurzes Jahr und mein Wunsch ging in Erfüllung. Hier begann ich wieder regelmäßig zu bouldern (ähnlich wie klettern, jedoch ohne Sicherung, dafür nicht hoch und mit einer dicken Matte drunter). Ich hatte ja Zeit, da Fiete noch bei seiner Züchterin war, denn ich hatte noch keine Wohnung in der Hunde erlaubt waren. Ich wurde wieder richtig gut. Und dann kam Fiete – endlich hatte ich eine Wohnung gefunden. Doch in die Boulderhalle durfte er nicht mit, ich wollte ihn auch nicht zu hause lassen, schließlich muss er lang genug auf mich verzichten, wenn ich arbeiten bin.

Ein neues Hobby muss her

Also suchte ich mir ein neues Hobby: 2011 zeigte mir ein Kumpel was Longboard fahren ist und wie das geht. 2012 war ich in Berlin in einem Shop und habe mir einige Boards angeschaut. Gekauft habe ich keines, schließlich sind die Dinger nicht grade billig und als Studentin ist das Geld immer knapp. Im Dezember 2014 habe ich mir dann bei ebay das Deck (das sind die Holzbretter) gekauft, auf das ich damals so scharf war. Klar gab es mittlerweile schon den Nachfolger, aber den fand ich hässlich und ich wollte unbedingt DIESES Deck. Also schlug ich zu.

Mit einem reinen Deck kann man bekanntlich nicht fahren, schließlich hatte ich mir kein Komplettset bestellt (womit ich im Rückblick betrachtet sicher günstiger bei weg gekommen wäre), sondern nur ein halbes Longboard. Für das SetUp (Achsen, Rollen, Kugellager) war erstmal kein Geld da also, musste ich mal wieder sparen. Außerdem war der Sommer ja noch lange hin.

Währenddessen zeigte mir mein Kumpel aus Innsbruck wie man Ski fährt. Das wollte ich auch unbedingt lernen, denn schließlich langweile ich mich im Winter zu Tode, wenn ich nicht in die Berge kann und ich möchte mit Fiete Skitouren gehen. Besonders das Video von Probleme mit Hund hat mich dabei angefixt.

Longboard SetupLongboard – endlich fertig

Nachdem die Skisaison dem Ende zugeht, bekam ich vor zwei Tagen ein wenig Torschusspanik, dass der Sommer bald da ist und lediglich der Plan besteht, mir endlich ein SetUp für mein Longboard zu besorgen, ich diesen aber weiterhin vor mir her prokrastinierte (etwas was ich während des Studiums perfektioniert habe). Also suchte ich nach einem Longboard-Shop in München und fand boneless. Dort wurde ich gut beraten, raus gekommen ist folgendes:

  • Set Achsen: PARIS, 180mm
  • Bushings (Lenkgummies): Härte: 90A
  • Wheels: RAD Influence Adam Persson, 70mm, Härte: 78A
  • Kugellager: ASK Speed Bearings (ABEC 7)
  • Tool fürs Zusammenbauen

Longboard zusammenbauen

Zu hause angekommen baute ich dann alles zusammen.

Bei meinem Deck wird die Achse nicht einfach drunter montiert, da mein Deck ein Drop Thru Deck ist; sondern von oben eingelassen. Das heißt das Brett ist näher am Boden – ebenso der Schwerpunkt.

Dabei bin ich wie folgt vorgegangen:

  1. Achse auseinander bauen und dann die Platte einlassen
  2. Platte mit Deck verschrauben
  3. Achse wieder zusammenbauen (je fester man die Schraube zieht desto härter wird das Lenkverhalten der Achse)
  4. Kugellager in Wheels einlassen
  5. Wheels festschrauben – fertig

Da es regnete und ich für den Anfang kein Kugellager aus Ceramic habe (da dieses mal gut 80 Euro kostet), bin ich an dem Tag nicht gefahren, da meine Kugellager (die Günstigvariante für 15 Eur) dann von Sand und Dreck geflutet werden würden und  ganz schnell nicht mehr rollbar währen. Ceramic Kugellager reinigen sich von selbst – mehr oder weniger. Die Frage ist auch, wenn man ein Ceramic Kugellager hat, ob man dann mit seinem – meist nicht grade günstigen Board – im Regen fahren möchte.

Longboard fahren mit Hund

Fiete im nördlichen Englischen Garten

Gestern war dann wieder schönes Wetter und ich bin mit Fiete zusammen ein bisschen gefahren. Eigentlich wollte ich wirklich nur ein bisschen. Geworden sind es dann aber an die 10 km. Und zwar von zu Hause über Stachus und Marienplatz ein mal durch den Englischen Garten.

 

Ausstattung für den Hund beim Longboard fahren

Fiete hat bei solchen Aktionen (ebenso wie beim Rad fahren) ein Geschirr an. Da habe ich jetzt das perfekte Teil, das Front Range Harness von Ruffwear, bei woofshack.com gefunden. Er findet Geschirre nicht sonderlich geil, aber besser, als wenn ich mal hart bremsen muss und ihm mit nem Halsband einen ordentlichen Ruck in die Halswirbelsäule gebe. Außerdem lässt sich dieses Geschirr wunderbar einfach anziehen, da man es nur über den Kopf ziehen muss und dann hat es Rechts und Links Schließen.

Als Leine habe ich dazu das Vorgängermodell von der Roamer Joggingleine von Ruffwear, das ich auch zum Joggen benutze. Meine ist allerdings noch mit Plastikverschluss, mittlerweile gibt es da eine Metallschließe. Diese Leine kann ich mir um den Bauch schnallen und habe so alle Hände frei, die ich brauche.

Longboard fahren mit Hund

Fiete muss bei allen Sportarten, bei denen ich mich fahrend bewege, auf der rechten Seite laufen. Das hat den Grund, dass er mir nicht so einfach vor ein Auto hüpfen kann, wenn er mal meint er müsste ein wenig vom Kurs abweichen. Das gilt auch, wenn wir im Park ohne Leine unterwegs sind, denn so fühlen sich entgegenkommende Passanten und Fahrradfahrer nicht gestört. Dazu habe ich das Kommando „Rechts!“ eingeführt. Es besteht allerdings noch Verbesserungspotential bei diesem Kommando, schließlich ist er seit Welpentagen darauf trainiert das er Links laufen muss 🙂

Was ich auch schnell eingeführt habe war das Kommando „Stop!“. Denn auch am Longboard muss ich in der Stadt mal abrupt bremsen. Da möchte ich nicht, dass der Hund mir voll ins Geschirr rennt.

Nachtrag:
Mittlerweile – nach einem Jahr Longboard fahren – habe ich mein 6. Longboard – nein die stehen zum Glück nicht alle in meiner Wohnung. Lediglich habe ich noch 2 – eins zum Freeriden/Dowhnhill und einen kleinen Cruiser um lustig durch die Stadt zu gurken. Dafür hat meine Hundesitterin jetzt aber auch eines, damit fahren sie und Fiete öfter vergnügt durch die Stadt.

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Von Schleswig-Hostein über Berlin nach München. Seit 2012 Hundebesitzerin.

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