Fahrrad fahren mit Hund

Hund am Fahrrad – So geht’s

Draußen wird es langsam Sommer, da wird dann das staubige Rad aus dem Keller geholt, geputzt und gewartet. Radtouren machen Spaß – vor allem weil es sich um eine Aktivität handelt, die du super mit deinem Hund machen kannst. Auf was du dabei alles achten muss erfährst du in diesem Blogartikel.

 

Achtet auch beim Fahrrad fahren auf die Gesundheit eures Hundes

Es gibt diverse Faustregeln, ab welchem Alter du mit dem Hund wie viele Minuten raus darfst. Ob du Regeln wie „5 Minuten pro Lebensmonat“ glauben schenkst oder nicht, das ist dir selbst überlassen. Fakt ist aber, dass Welpenknochen noch nicht ganz miteinander verbunden sind und zu viel Belastung (dazu zählt zu viel rennen, Treppe steigen etc.) zu Schäden und Entwicklungsstörungen führen können, die dem Hund später 1. das Leben schwer und 2. deinen Geldbeutel auf Grund der Tierarztbesuche leer machen. Also solltest du erst mit Ausdauersportarten beginnen, wenn der Hund ausgewachsen ist

 

Woran erkenne ich, dass mein Hund alt genug ist zum Fahrrad fahren?

Wachstumsknorpel beim Hund

Wachstumsknorpel beim Hund

Auch hier gibt es wieder eine Faustregel: kleine Hunde sind nach einem Jahr ausgewachsen, große Hunde sind es mit 2 Jahren. Aber wie alle Faustregeln trifft das nicht auf jeden Hund zu – du solltest dir bei deinem Hund die Wachstumsknorpel, zum Beispiel am Handwurzelgelenkes deines Hundes anschauen, um zu wissen ob dein Hund schon körperlich ausgewachsen ist. Viel Wachstumsknorpel bedeutet, dass dein Hund noch im Wachstum ist. Wenn du dir da nicht genau sicher bist kannst du auch den Tierarzt deines Vertrauens fragen.

 

Wie mit dem Fahrrad fahren beginnen?

Am Besten machst du von vorn herein eine Seite des Fahrrades aus, an der dein Hund läuft. Fiete zum Beispiel läuft immer auf der Rechten, der Straßen abgewandten Seite, damit er nicht vor ein Auto hüpft, oder in eines hereinläuft, wenn diese mal wieder ziemlich dicht neben uns herfahren.

Fahrrad fahren lernen mit Hund

So bringst du es deinem Hund bei

Dann beginnst du so, dass du den Hund auf die Seite des Rades bringst, auf der er später laufen soll und du selbst gehst auf die andere Seite. Das Fahrrad ist also zwischen Hund und Hundeführer. Dann schiebt man erst eine Runde um den Block. Für Hunde die etwas skeptisch der Sache gegenüber sind, sollte man eine positive Bestätigung parat haben.

Wenn das Schieben gut geklappt hat, dann kannst du eine kleine Runde fahren. Auch hier die positive Bestätigung nicht vergessen.

Du solltest es zu Anfang nicht übertreiben – auch die Fußsohlen des Hundes müssen sich erst an den Asphalt gewöhnen. Es ist also nicht nur zu bedenken, dass dein Hund ausgewachsen ist, sondern auch, ob er es gewöhnt ist, auf Asphalt zu laufen. Wenn du es übertreibst, dann hat dein Hund ganz schnell wunde Fußsohlen – und das tut weh! Des weiteren ist auch die Kondition zu bedenken: Oder läufst du als jemand, der nur den Aufzug in die Wohnung nimmt und joggen nur aus dem Fernsehen kennt, gleich einen Marathon?

 

Was ist wenn der Hund nicht mehr kann?

Hund im Fahrradkorb

Fiete fährt auch mal im Korb

Hier lautet die Antwort: Dann hast du es wohl übertrieben. Wie schon beschrieben sollte man langsam anfangen. Ich hatte zu Anfang – und habe auch jetzt auf längeren Touren – immer noch eine Notlösung dabei: Meinen Hundefahrradkorb. In den kommt Fiete, wenn er schlapp zu machen droht. Nach einiger Zeit darf er denn eventuell wieder selbst laufen – oder hat das Glück nach hause kutschiert zu werden.

 

Benutze kein Halsband: Der Gesundheit zuliebe

Du solltest zum Fahrrad fahren auf gar keinen Fall ein Halsband benutzen. Es kann immer sein, dass dein Hund – aus irgendwelchen Gründen – mal stehen bleibt.

Was dann in seinen Nacken kracht, das ist schwer zu berechnen, da Faktoren wie Dehnbarkeit der Leine etc. mit hinein spielen. Aber es ist auf jeden Fall dein Gewicht, das Gewicht deines Rades und das, um was sich das alles durch eure Geschwindigkeit vervielfacht.

Ich vermute mal, dass sowas ziemlich schmerzhaft ist – mal abgesehen von eventuellen Folgeschäden die daraus resultieren können.

Deshalb: Benutze IMMER zum Radl fahren mit Hund ein Geschirr.

Ruffwear Geschirr

Wichtig: Immer ein Geschirr benutzen!

Fiete mag von Haus aus Geschirre nicht sonderlich; aber mir ist die Gesundheit meines Hundes wichtiger als seine persönlichen Befindlichkeiten. Anfangs hatten wir ein Y-Geschirr von Hurtta verwendet, mittlerweile und nach diversen anderen, schlecht sitzenden Geschirren sind wir bei dem Ruffwear Front Range Harness von Woofshack gelandet. Es ist durch die Schließen auf beiden Seiten sehr praktisch anzulegen und auszuziehen und lässt sich total flexibel verstellen. Ich benutze es nicht nur zum Fahrrad fahren, sondern auch zum Joggen, Longboard fahren oder einfach zum wandern.

 

Bequemes Fahrrad fahren – auch für den Menschen

Natürlich kann man die Leine auf der Seite, auf der der Hund läuft, in die Hand nehmen. Wenn man einen kleinen Hund hat, ist das vielleicht auch ganz angenehm, da dieser das Fahrrad nicht umreißen kann, wenn er plötzlich vom Fahrrad wegspringt. Ein großer Hund hingegen kann einen da ganz leicht ins Straucheln bringen.

Fahrradhalterung für den Hund

Dogrunner von Kleinmetall

Deshalb empfehle ich dir, wenn du öfter mit deinem Hund Rad fährst (Fiete und ich machen das 3x in der Woche, da ich ihn dann zur Hundesitterin fahre), eine Fahrradhalterung für den Hund. Ich habe zum Beispiel den Dogrunner von Kleinmetall. Der Bügel ist flexibel, so dass er nachgibt, wenn der Hund mal stehen bleiben sollte. Man kann ihn einfach an- und abmontieren.

Ich habe ihn auch ein wenig gepimped: Der Originalkarabiner war mir einfach zu schwer, das Seil zu kurz. Deshalb habe ich das alles ersetzt. Ich habe mir eine kleineren Karabiner sowie eine Reepschnur im Outdoorgeschäft besorgt und das ganze dann noch mit einem Gummiband fixiert, damit sich der Karabiner nicht dreht und es zu einer Querbelastung kommt. Da der Karabiner eigentlich einer ist, den man nur am Schlüsselbund tragen sollte, kann eine Querbelastung (Kletterer wissen hier wovon ich spreche 😉 ) ganz schnell zum Materialbruch führen.

Ich hoffe ich konnte euch ein paar Tipps zum Hund am Fahrrad geben und wünsche euch viel Spaß im Sommer 🙂

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Von Schleswig-Hostein über Berlin nach München. Seit 2012 Hundebesitzerin.

Kommentare: 2

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  • Genki & Co, Permalink

    Wie bekommt man den Hund dazu, nicht selbstmörderisch vor das Fahrrad oder in die Speichen zu springen? Das war nämlich bei Genki schon bei der Laufrunde das Problem, so dass wir zum eigentlichen Fahren nie gekommen sind. 🙁

    • Andy, Permalink

      Hallo Genki. Also vor das Rad geht mit dem Dogrunner schon mal nicht, der lässt das nicht zu. Wie ist denn dein Hund dabei so drauf? Ist er in Panik oder wie darf ich mir das vorstellen? Wenn er das einfach nur aus Protest macht, dann würde ich schon mal „Nein!“ sagen und dann normales nebenher laufen Clickern oder anderweitig positiv verstärken. Wenn er panisch ist, dann solltest du damit beginnen, dass das Rad links und der Hund rechts neben dir herläuft und dann wenn es gut klappt, wechselst du irgendwann auf die andere Seite. Im nächsten Schritt steigst du halb auf das Rad auf (nicht sitzen, sondern einfach den Rahmen zwischen den Beinen) und schiebst es vor dir her und irgendwann steigst du auf 🙂