Hauptstadtrocker Fiete

Hauptstadtrocker Fiete – dit bin icke

Irgendwann – vor fast genau drei kleinen Jährchen – bin ich, Haupstadtrocker Fiete, im wunderschönen Rantzau bei Plön in Schleswig-Holstein auf die Welt jekommen. Leider nicht allein, die Milchbar musste ick mir mit zwei Sheltieschwestern teilen.

Meine herzallerliebste Züchterin taufte mich auf den Namen „Living Thing Easy Lover“. Wobei „Living Thing“ quasi mein Nachname ist und „Easy Lover“ mein Vorname. Dit is wie in Bayern, da sacht man ja auch „Müller Seppel“ und nicht „Seppel Müller“. Naja, mein Name is auf jeden Fall Programm: ich habe viele Groupies, vier- sowie zweibeinige. Aber meine Olle findet, dit zu einem echten Norddeutschen Mann auch ein echt norddeutscher Name gehört und so taufte sie mich auf den Namen „Fiete“. Und das bin nu icke – Fiete. Dass die Dorftrottel in Schleswig-Holstein auch immer Fiete heißen, das hab ick erst viel später erfahren müssen.

Damals, als kleiner Fieterich, wusste ich noch nicht, was noch alles auf mich zukommt. Die Milchbar meiner Mutter war noch prall gefüllt und im weit entfernten Berlin beschloss meine Olle – in einem Anflug geistiger Umnachtung – sie bräuchte jetzt einen Hund. Natürlich hat sie vorher ein paar Jahre (genau vier) überlegt ob Hund oder nicht Hund. Aber die Entscheidung fiel dann doch eher spontan und sie nahm sich ein Urlaubssemester.

 

Ausgerechnet ein Sheltiefreund

Meine Olle war sich nicht ganz sicher, was sie sich letztendlich für eine Rasse ins Haus bzw. in die WG holen wollte. Aber bei den Eigenschaften, da wusste sie ganz genau was der vierbeinige Freund mitbringen sollte: sportlich, hochbeinig, frei atmend, aufgeweckt, aber auch kein Pöbler, für gelegentliche Couchtage und Hundeanfänger geeignet, nicht zu klein aber auch nicht zu groß, damit man ihn problemlos in den vierten Stock tragen kann, falls er mal krank ist und dass er bei der Deutschen Bahn umsonst mitfahren kann.

Nachdem sich meine Olle nun zig Rassenportrais und in Frage kommende FCI-Gruppen angeschaut hatte, entschied sie sich letztendlich für einen Shetland Sheepdog. Eigentlich hatte sie sich schon immer für ihn entschieden, doch war sie sich nicht sicher, ob sie solch einem auch gewachsen war. Ihr wisst schon, Hütehunde und so. Und wir Hütehunde sind ja etwas … speziell. Aber Rassen aus der in Frage kommenden FCI-Gruppe 9 fand sie alle eher suboptimal. Und so sagte sie sich „kneife ich den Hintern eben zusammen und durch“.

 

Züchterwahl? Klingt einfacher als gedacht

Nachdem sie sich eine Menge Internetseiten von Züchtern abgegrast hatte und gefühlt das Ende des Internets erreicht hatte, fand sie doch eine Züchterin. Sie fuhr hin, alles war prima. Die Züchterin war nett (eine wichtige Eigenschaft – es muss menschlich passen).

Der Stichtag kam und ging, doch die Züchterin meldete sich nicht. Also rief meine Olle bei ihr an, um nachzufragen ob die Geburt gut verlaufen sei. Leider ist die Geburt alles andere als gut verlaufen: die Gebärmutter hatte sich verdreht, die Welpen mussten per Kaiserschnitt geholt werden. Ein Welpe hatte es leider nicht geschafft. Dem Anderen – einem Mädchen in blue-merle – ging es super. Da dieses aber nun Einzelkind war und der erste Sheltiewurf der Züchterin, sollte die Kleine nicht abgegeben, sondern in der Zucht eingesetzt werden. So hatte mein Stündlein geschlagen…

Meine Olle, total angefixt von Shelties deren Eltern zum einen Teil dem europäischen Typ, zum anderen Teil dem amerikanischen entsprechen, so wie der Welpe der ersten Züchterin, wollte nun so einen unbedingt wieder. Und das ist in Deutschland nicht all zu häufig. Deshalb surfte sie wieder auf Züchterseiten und telefonierte rum. Da nicht alles im Internet steht erfuhr sie über x Ecken, dass jemand jemanden kennt, der jemanden kennt, der grade einen amerikanisch-britischen Wurf hat. Und wo? Bei Plön, in Schleswig-Holstein. 450 km von Berlin entfernt. Meine Olle rief an, quatschte sehr lange mit der Züchterin, welche die tollsten Geschichten auf Lager hatte… Ganz klar, zwischen den Beiden liefs rund.

Meine Olle hat bei allen Züchtern natürlich darauf geachtet, wie die Welpen aufwachsen. Aber entscheidend war für sie letztendlich, ob ihr die Züchter persönlich auch sympathisch waren, denn sonst hatten sich die Zuchstätten kaum unterschieden.

 

Das erste Date

Als ich vier Wochen alt war, kam meine Olle mich das erste Mal besuchen. Aufgeregt war sie und tendierte auch gleich zu mir, dem Hahn im Korb, obwohl ich der einzige Welpe ohne Blässe auf der Nase war, was sie eigentlich besonders gern mochte. Aber Frauchen war auch der Meinung, dass ein guter Hund keine Farbe hat, es müsse einfach die Chemie stimmen. Und mir konnte schon damals keiner widerstehen. Die Entscheidung war also schnell getroffen. Ich lag auf dem Sofa und nuckelte genüsslich am Schaffell als bereits die Formalitäten für meinen Umzug geregelt wurden. Vier Wochen später, am 3. März 2012, holte Frauchen mich dann ab – und los ging die wilde Fahrt in die Hauptstadt. Nach Berlin.

 

’schüss Norddeutschland – Tach Berlin

Ick kann euch sagen: Die Fahrt war schrecklich. Ich hab soooo geweint. Ich hab ja meine Mami vermisst. Ja, auch ich weine gelegentlich, aber heute nur noch heimlich 😉 Dann dachte Frauchen, ich müsse mal. Natürlich musste ich nicht! Bin doch nicht lebensmüde und pinkele irgendwo in die Landschaft, damit mich dann noch irgend son dahergelaufener Beutegreifer erwischt. Pinkeln klappte übrigens auch die nächsten drei Tage nur in der sicheren Wohnung und nicht draußen. Chrchr.

Endlich in Berlin angekommen erwartete mich: Eine WG! Auch das noch! Denn, wer in Berlin was auf sich hält, oder kein Geld hat, der zieht in ne WG. Drei Zimmer, eines für Frauchen, eines für unsere Mitbewohnerin und eines für die Katzen. Ja, genau, KATZEN. Ich wohnte dort mit Katzen zusammen, die sogar ihr eigenes Zimmer haben. Aber eigenes Zimmer – wer will dit schon? Ick brauch sowat nich, ich schlafe am liebsten bei meiner Ollen. Natürlich nur in meiner Box. Das ist nämlich mein Castle! Und auf die Couch darf der Hund auch nicht, meinte meine Olle. Genau 5 Monate habe ich gebraucht um die Couch zu infiltrieren.

 

Und jetze?

Nu bin ick 3 Jahre alt. Wir sind nach München gezogen. Meine Olle ist seit Juni 2014 hier und hat ziemlich lange nach einer Wohnung gesucht. Im Januar 2015 bin ich nachgekommen, war vorher im „Ferienlager“, bei meiner Züchterin in Rantzau. Das war ne geile Zeit sach ick euch: Nur Hündinnen, und alle haben mir gehuldigt. Jetzt bin ich auch in München und mir gefällt es mittlerweile ziemlich gut. Ich darf jetzt übrigens wieder nicht mehr auf die Couch. Ich zähle schon die Monate. Ich gebe ihr fünf! Und was sonst noch so mit passiert erfahrt ihr in diesem Blog.

Euer Haupstadtrocker Fiete.

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Icke bin Fiete. Meines Zeichens echter Norddeutscher Sheltie. Aufgewachsen in Berlin, ausgewandert nach München. Geprüfter Begleithund und Charmeur.

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