Die klären das unter sich

Die klären das unter sich

Heute war ein wäre ein toller Tag gewesen, hätten wir nicht zwei Collies und ihre Halterin getroffen: Einer in Salbe, einer in Tricolor. Beide bedrängten meinen Hund, schnitten ihm den Weg ab. Einer der beiden zwickte ihn sogar.

Ganz klar, die beiden wollten ihm zeigen, wer hier die Hosen an hat. Vor allem der in Salbe schien irgendwas kompensieren zu müssen. Vom Halter weit und breit keine Spur. Also atmete ich tief durch und scheuchten den Collie in Salbe weg – sein tricolorner Spielkamerad war schon längst über alle Berge.

Haste nicht kannste was kam auch schon die Besitzerin der beiden Flegel daher. Ich wies sie darauf hin, dass ihr Hund, der schon wieder an meinem dran war, selbigen bedrängt. Und dann sprach sie es aus. Den schlimmen Satz, der die Hölle gefrieren lässt „Normalerweise klären die das unter sich“. Ich war total perplex und konnte nur noch antworten „Aber meiner ist doch viel kleiner“. Das war er. Die Collies waren doppelt so groß wie mein Sheltie. Sie murmelte noch was und wir gingen unserer Wege.

 

Wer ist hier der Boss?

Mal abgesehen davon, dass mein Hund diesen Kampf nur hätte verlieren können, frage ich mich: „Was hätten die denn klären sollen?“. Womöglich die Rangordnung? Um welche Rangordnung hätte es denn gehen sollen? Um die im Rudel wohl nicht denn ein Rudel waren die drei ja nicht. Oder ist man ein Rudel wenn man sich einmal gesehen hat?

Und ist man Rudelführer, wenn man aggressiv und körperlich ist? Ich habe selten Rudel gesehen, in denen der Rudelführer durch körperliche Auseinandersetzungen an seine Position gekommen ist. Zumindest konnte er sich dann nicht lange dort behaupten.

Nun, denken wir mal über den Satz nach. Man versucht als Hundehalter Chef zu sein. Man ist souverän und autoritär. Dann kommt ein „die klären das unter sich“ Hund an. Mein Hund bekommt richtig das Fell über die Ohren gezogen und ich gucke nur zu. Bin ich dann noch der Souverän? Kann er mir noch vertrauen, jetzt, wo er so richtig die Jack voll bekommen hat und ich nur zugeguckt habe. Was signalisiere ich meinem Hund mit diesem Verhalten? Ich signalisiere ihm: Du lässt mich im Regen stehen während ich hier die Kohlen aus dem Feuer holen darf.

Wenn ich meinem Hund erst einmal signalisiert habe, dass ich doch nicht so souverän bin, wie ich immer behaupte, dann wird er das auch öfter hinterfragen oder dies gleich überspringen und bei „Ich Chef du nix“ weiter machen. Da ist Spaß dann vorprogrammiert. Den hat allerdings dann nicht der Halter 😉

 

Unnötige Situationen

Gesetzt des Falles, mein Hund wäre kein kleiner süßer Sheltie sondern ein großer Rottweiler, dann wäre das für den ungehobelten Collie sicher anders ausgegangen. Egal ob der Hund jetzt der Über- oder Unterlegene ist, Verletzungsgefahr besteht bei beiden. Und eine Tierarztrechnung die sich gewaschen hat muss man meiner Meinung nicht forcieren. Auch keinen verletzten Hund, der nachher panische Angst vor Hunden hat, die aussehen wie derjenige, der ihn gebissen hat.

 

Mein Fazit

Mein Hund klärt gar nichts. Weder mit einem anderen Hund noch mit irgendwem. Wenn irgendjemand was klärt, dann bin ich das.

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Von Schleswig-Hostein über Berlin nach München. Seit 2012 Hundebesitzerin.

Kommentare: 5

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  • Genki & Co, Permalink

    Ich frag mich ja immernoch, was die Hunde da eigentlich klären sollen? Revier? „Hey du, dich will ich hier nicht mehr sehen, das ist mein Spazierweg!“ Resourcen? „Deine Hundekeksei gehören jetzt mir!“.
    Ein ganz interessantes Phänomen ist es übrigens auch, dass die „Die klären das unter sich“-Fraktion immer nur große Hunde hat, oder zumindest größere, als die, mit denen ihre was „klären“ sollen. Ich hab noch nie gesehen, dass ein Zwergpinscher-Besitzer zu einem Schäferhund gesagt hat „Die klären das unter sich“….

    • Genki & Co, Permalink

      Ich meine natürlich „zu einem Schäferhund-Besitzer gesagt hat“. 😉

      Übrigens wäre die von dir beschriebene Situation bei uns ganz anders ausgegangen. Ein fremder Hund kommt an und versucht Genki sonst wo hin zu zwicken? – Er hat Genki an der Kehle, der kennt da keinen Spaß. Ein weiterer Grund, weshalb ich solche Hundebesitzer wirklich verachte.

  • Severine und die Wuffstock-Band, Permalink

    „… im Regen stehen lassen“ Das trifft den Nagel auf den Kopf! Ein toller Artikel, kurz und gut …

    … tierliebe Grüße
    von Severine, Luna und Milow

  • Lila Lotte&Zweibein, Permalink

    Wah da bekomme ich die Krise!.Kleinhundehalter werden ja eh immer gleich in die unterste Schublade gesteckt,es ist einfach ein No Go mal ungebeten „Hallo“ zu sagen oder die Hunde einfach mal machen lassen..den eigenen Hund nicht im Regen stehen zu lassen trifft es perfekt.Neuen Lieblingsblog entdeckt ;-).
    Grüße
    Johanna